Entwicklung einer neuen Technologie

Im Jahr 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto ein White Paper, das das gesamte Bitcoin-Protokoll detailliert beschreibt, Anfang 2009 wurden damit die ersten Bitcoins geschöpft. Seitdem haben sowohl Kryptowährungen wie Bitcoin als auch die ihr zugrundeliegende Basistechnologie der Blockchain große Aufmerksamkeit erfahren. Die Entwicklung der Blockchain-Anwendungen wird dazu oft in drei Phasen unterteilt:
 
  • Blockchain 1.0 umfasst die Cryptowährungen
  • Blockchain 2.0 im Wesentlichen Smart Contracts im Finanzsektor
  • Blockchain 3.0 Smart Contracts werden zu dezentralen Organisationseinheiten weiterentwickelt, mit eigenen Gesetzmäßigkeiten und hohem Autonomiegrad
Aktuell erschließen sich in rasantem Tempo zahlreiche neue Anwendungsfelder und Umsetzungsmöglichkeiten im Umfeld der Blockchain-Technologie, die weit über eine virtuelle Währung hinausgehen.

Regulierungen, Strategien und Einsatzmöglichkeiten

Seit dem Blockchain Camp der IHK für Rheinhessen 2018, haben sich die Blockchain-Technologien in den letzten drei Jahre weiter entwickelt. Mit dem technologischen Fortschritt, entwickelt sich auch die Industrie, die Gesetze und die Regularien weiter. Im Herbst 2019 verabschiedete die Bundesregierung eine eigene Blockchain-Strategie. Die BaFin veröffentlichte Anfang 2020 die Richtlinien für Kryptoverwahrgeschäfte. Blockchain-Technologien sind ebenfalls ein Kernbestandteil der „Digital Single Market” Strategie der EU. Am 14. Januar 2021 wurde die EU Blockchain Strategie veröffentlicht und einen Tag darauf ging die Webseite der Europäischen Blockchain Service Infrastruktur (EBSI) online.

Neben dem ursprünglichen Zweck einer Kryptowährung, lassen sich die darunterliegenden Blockchain-Technologien weiter einsetzen – nicht nur für Bitcoin. Es lassen sich unter anderem  Lösungen in der Logistik, der Gesundheits- und Energiewirtschaft finden.

Eines vorweg; es gibt nicht die eine Blockchain. Ähnlich wie bei der „Cloud”, gibt es diverse Blockchain-Infrastrukturen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Bitcoin und Ethereum sind die Bekanntesten.

Die Technologie bringt folgende Vorteile mit sich: Transparenz, Unveränderlichkeit, Zensurresistenz. Diese Eigenschaften lassen sich besonders in der Lieferkettenindustrie, Gesundheits- und Energiewirtschaft einsetzen, da hier verschiedene Unternehmen Daten austauschen.

Geschäftspartner einer Lieferkette profitieren von einer gemeinsamen Datengrundlage. Dadurch wird die Qualität und Konsistenz der Daten erhöht. Alle Geschäftspartner sehen die „wahren” Daten. Hingegen lässt sich die Sichtbarkeit von sensiblen Daten für verschiedene Geschäftspartner individuell einschränken und verarbeiten, sogar unter völliger Geheimhaltung. Im Pharma-Bereich wird eine Echtzeitdatenanalyse von anonymisierten Blindtests ermöglicht und mit elektronischen Verschreibungslösungen falschen Dosierungen vorgebeugt. Der Energiesektor zeigt am Beispiel Tal.Markt, ein Projekt der Wuppertaler Stadtwerke und Partnern, dass die Technologie für den regionalen Energiehandel bereits sinnvoll eingesetzt wird. Im Gesundheitswesen liegt vor allem der Datenschutz im Fokus. Mit speziellen Identitätslösungen kann die Echtheit von ausgestellten Patientendaten verifiziert werden, ohne Details offenzulegen, die für den Arzt nicht relevant sind.

Die Einsatzgebiete zeigen das Potenzial der Technologie und wie sie für die Industrie und den Konsumenten von Nutzen sein kann. Woran es noch mangelt, ist Aufklärung. Das hat die Bundesregierung erkannt und mit ihrer Blockchain-Strategie ein positives Zeichen gesetzt. Menschen und Organisationen in Rheinhessen sind ebenfalls aktiv. Veranstaltungen wie der Blockchain-Camp und der Wirtschaftsdialog Blockchain zeigten, dass Bedarf besteht.  Die Technologie ist auf einem guten Weg ins Erwachsenenalter. Wo vor drei Jahren in experimentellen Innovationsprojekten an Prototypen entwickelt wurde, sind heute konkrete Lösungen bereits in Betrieb.

Die Digitalsisierungsreihe IHK hub Rheinehssen veranstaltet im Sommer 2021 weitere Webinare mit regionalen, nationalen und internationalen Partner zum Thema Blockchain.

Global Blockchain Networking Series

A selected number of German blockchain companies had the idea to connect to blockchain companies around the globe utilizing the existing network of the German Chambers of Commerce (IHK/AHKs).  AHK Taiwan and their blockchain event triggered the engagement. The first event took place on the 6th of May 2021 between Germany and Israel. Currently, the next two events are planned with Vietnam and Taiwan. Additional countries are being discussed, e.g. Rwanda, South Korea and the USA.

„Die Blockchain-Technologie wird das Aufkommen neuer automatisierter & dezentraler Geschäftsmodelle ermöglichen und ihr volles Potenzial mit zunehmender Technologiekonvergenz entfalten.“
Prof. Dr. Andranik Tumasjan, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Das Digitale Sofa – Blockchain

„Kein Wort über Kryptowährungen!“, das war die Bedingung, um den rheinhessischen Intrapreneur und Querdenker Nhan Vu zum Thema Blockchain auf „Das Digitale Sofa“ zu bekommen. Naja, zu 100% haben klappt es nicht, aber wer sich für die grundlegende Technologie und deren vielfältigen weiteren Einsatzmöglichkeiten interessiert für den ist diese  Folge genau das Richtige!

Das Gespräch führt von den Anfängen über Blockchain 2.0, Smart Contracts und Mining hin zu Public vs. Private Blockchains und gibt spannende und hilfreiche Einblicke in das komplexe System Blockchain.

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