E-Business

E-Commerce

E-Commerce boomt. Online-Handel substituiert zunehmend den Verkauf von Waren und Dienstleistungen in der analogen Welt. Das Internet bietet umfangreiche Möglichkeiten, um seine Produkte 24/7 geografisch unbegrenzt anzubieten.

Die IHK für Rheinhessen bietet Ihnen Hilfestellungen, wie Sie die Herausforderungen des E-Commerce meistern können und wichtige Aspekte dabei beachten. Angefangen bei der Gründung über das richtige Geschäftsmodell bis hin zu rechtlichen Grundlagen, stehen wir Ihnen zur Seite.

Der IHK hub bietet Ihnen eine Anlaufstelle rund um das innovative Thema E-Commerce. Nutzen Sie Angebote, Newsletter und Informationen, um stetig auf dem neuesten Level zu sein.

Gastbeitrag

Digitaler Darwin – Anpassung an die Plattformökonomie

Die Digitalisierung sorgt für eine natürliche Auslese, indem sie bestehende Geschäfte zerstört. Modelle, die aktuell en vogue sind, können morgen schon tot sein. Darwins Theorie, übertragen auf die Evolution der Wirtschaft, greift besonders im Kontext von Geschäftsmodellen in der Plattformökonomie. Durch zunehmende Digitalisierung der Wertschöpfungskette ändern sich hierbei ökonomische Spielregeln.
Industrieunternehmen galten bislang als manifestierte Akteure, die auf traditionellen Märkten zu verorten sind, Produkte alleine fertigen und mit eigenem Vertriebskanal die Nachfrage befriedigen. Zwischen Angebot und Nachfrage existierte nur der Markt.
 
Im Zeitalter der Plattformökonomie ändert sich dieser Zustand vermehrt. Digitalisierung von Geschäftsprozessen bedeutet nämlich auch, dass die Organisation von Angebot und Nachfrage digital verläuft, was ein Nährboden für neue Innovationen erzeugt. Produzierende Unternehmen geraten zunehmend in horizontale Wertschöpfungsketten, in denen externe digitale Plattformen den Zugang und die Prozesse zum eigenen Geschäftsmodell mitbestimmen und sich zwischen Produkt und Kunde positionieren. Daraus resultiert ein neues ökonomisches Ökosystem, in dem Unternehmen das Matching von Angebot und Nachfrage monetariseren, ohne sich an der eigentlichen wertbringenden Produktion zu beteiligen.
 
Als innovativer Industrieakteur in der Welt der Plattformökonomie wird jüngst der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co. gehandelt. Als das „Amazon des Stahlhandels“ will das Unternehmen bis 2017 einen digitalen Marktplatz für den Stahlhandel etablieren. Nach Gisbert Rühl, CEO von Klöckner & Co., geht es dabei in erster Linie um die Verbesserung von hauseigenen Prozessen. Kunden können über digital organisierte Plattformen Bestellungen und Kontrakte unkompliziert einsehen und auslösen. Im zweiten Schritt will das Unternehmen Wettbewerber auf einer geplanten Industrieplattform mit anbieten, was dem Kunden einen „Riesenvorteil in Bezug auf Angebotsvielfalt und Preistransparenz“ ermöglicht, so Rühl. Zudem beteiligt sich die Plattform als Partner des Maschinenbauers Trumpf, der ebenfalls eine offene Industrieplattform „Axoom“ betreibt. Hierbei sollen im Kontext von vernetzten Produktionsprozessen Maschinen selbständig Stahl bestellen können. Das Unternehmen Klöckner & Co. beweist nicht nur, dass man als Vertreter der „old economy“ selbst zum Protagonist auf den neuen digitalen Märkten der Plattformökonomie werden kann, sondern dass first Mover der Branche, die Darwins Schlüsselansatz „Survival of the Fittest“, in Anbetracht der Evolution der Wirtschaft, verfolgt, handlungsfähig bleiben werden.
Autor: Thorsten Eller, IHK Stuttgart
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